Es war einmal
eine geheimnisvolle Truhe, gefüllt mit wundersamen Dingen. Da waren Stoffe aller Art, hübsches Fell , glitzernde Teile und vieles mehr. Eines Tages öffnete ein Mensch diese Truhe, und indem er sie Stück für Stück entleerte, kamen Worte in seinen Sinn, und diese Worte formten sich zu Sätzen und aus diesen wurde............
ein kleines Märchen, und das ging so
Es lebte einmal ein sehr begabter Zauberer, der mit einer hübschen Frau netten Kindern und beruflichem Erfolg gesegnet war.
Eigentlich hätte dieser Magier zufrieden sein müssen, wenn er nicht einen großen Hunger nach Abenteuer gehabt hätte, was allerdings nicht nur ferne Länder betraf. Immer wieder ging er auf Reisen und besuchte die ganze Welt. So blieb es nicht aus, dass seine Nachkommenschaft etwas größer wurde als allgemein üblich.
Als der Zauberer eines Tages seinen Tod nahen fühlte, rief er seine älteste Tochter Agatha

zu sich und ließ sich ein Versprechen geben. Sie solle binnen Jahresfrist all ihre Halbschwestern finden und zusammen rufen, damit er von ihnen Abschied nehmen konnte, was sie ihm auch bei ihrer Zauberkraft versprach.
So verabschiedete sich Agatha von ihrer Familie und den Freunden und machte sich für die Reise bereit. Sie zog ihr bestes Kleid an, nahm Zauberstab und Besen in die Hand und eine Anzahl von Briefen, die ihr Vater von all seinen Reisen nach Hause geschickt hatte.
Im ersten Brief erzählte er von einer kleinen Stadt in der Wüste, wo es seltsame Tiere und Gewächse gab, wenig Wasser und sehr viel Sand. Dort hin begab sich nun Agatha um ihre erste Schwester zu finden. In dem kleinen Ort gab es nur wenige Zelte und Hütten. So war es auch nicht verwunderlich, dass sie gleich im ersten Häuschen fündig wurde, denn dort wohnte ganz allein und ohne Familie ihre Schwester Thusnelda.

Ihr Schicksal hatte sie griesgrämig gemacht und das war nicht gerade die beste Eigenschaft um Freunde zu finden. So war es kein Wunder, dass sie sich sofort entschloss gleich mit Agatha mit zufliegen und das Haus im ewigen Sand zu verlassen.
Nun lasen die zwei Schwestern den zweiten Brief, in dem etwas von einem kleinen Haus an einem großen Meer geschrieben stand. Mit einem Zauberspruch wurden die Besen der Schwestern auf den neuen Zielort geprägt und ab ging es mit zauberhafter Geschwindigkeit. Es dauerte auch nicht lange, so waren sie angekommen. Im Häuschen war es warm und gemütlich aber es herrschte ein unendliches Durcheinander. Überall lagen die Dinge des täglichen Gebrauchs herum, meist gerade da wo man darüber stolpern musste. Ganz hinten aber, in einer verborgenen Ecke, schnarchte es plötzlich ganz erbärmlich und rasselnd, mit kleinen

enden Noten. Da lag sie nun, die dritte der Schwestern, verborgen unter Decken und Kissen, die Trine.

Diese Schwester war nun ganz anders geartet als die ersten zwei. Ihr fehlte es gänzlich an Ordnungssinn und was sie auch anpackte, es wurde meist ein Fiasko daraus. Aber sie war trotz allem eine sehr liebe und freundliche Person die auch freimütig aus ihrem Leben plauderte. So erfuhren die zwei älteren Schwestern auch, dass Trine noch eine Zwillingsschwester hätte. Diese wohne aber schon lange in ihrem eigenen Haus, da sie die ständige Unordnung in Trines Heim nicht mehr ertragen hätte. Darauf schlossen die drei Schwestern Trines Haus ab und flogen über den nächsten Hügel um die vierte Schwester aufzusuchen.
So erreichten sie nach kurzer Zeit ein anderes und sehr schmuckes und sauberes Haus, inmitten eines blühenden Gartens gelegen. Als Agatha anklopfte, öffnete die vierte Schwester mit Namen Brunhilde.

Sie war das genaue Gegenteil von Trine. Ordentlich frisiert und gekleidet, sauber und frisch duftend wie ihre ganze Wohnung. Sie lud ihre Schwestern auch gleich zu einem schönen heißen Kaffee und Sahnetorte ein, und los ging das Geschnatter. Es wurde viel geplaudert und herzlich gelacht. Auch Neuigkeiten gab es für die Suchenden, denn Brunhilde hatte schon einige Zeit vorher versucht ihre Verwandten zu finden. Sie erzählte von einer Halbschwester die im Nachbarland wohnte, und die auch schon hier zu Besuch gewesen war. Sehr müde aber glücklich legten sich alle vier zu Bett mit dem Beschluss, gleich am nächsten Tag weiter zu fliegen.
Nach dem Frühstück stiegen vier Besen in die Luft und ---husch - husch--- waren sie auch schon im Nachbarland, wo mitten in einem großen Wald eine Hütte stand. Das war das Heim von Griselda,

einer sehr stillen und geistig abwesenden Hexe. Sie hatte sich vor einiger Zeit ihre Freunde in einer Gruppe von Gossip Anhängern gesucht. Leider konnte sie ihre Vorliebe für Grün nicht unterdrücken und wurde deswegen von der Gruppe ausgeschlossen. Tief enttäuscht floh sie in den Wald um allen Menschen ab zu schwören, dort fand sie dann Brunhilde.
Auch in diesem Haus wurden die Gäste liebevoll bewirtet und Griselda fand im Gespräch ganz langsam wieder zurück. Sie war herzlichst erfreut endlich etwas über ihren Vater zu erfahren, und sie sagte schnell zu ihn zu besuchen.
Nun wurden wieder Vaters Briefe zu Rate gezogen um die nächste Schwester zu finden. Der nächste Brief sprach von einem großen Haus, vielen Kühen und Apfelbäumen. Zu neugierig um auf den nächsten Tag zu warten, brachen nun fünf Schwestern auf und flogen nach den Angaben des Briefes los. Gegen Abend kamen sie dann an dem beschriebenen Ort an. Was gab es da zu staunen. Nicht ein Haus, nein, ein Schloss sah man da. Land so weit das Auge reichte, mit unzähligen Obstbäumen, Viehherden die bis zum Horizont reichten. Ganz gespannt darauf wie die Schwester wohl sein würde die dieses Reich bewohnte, gingen sie auf das Schloss zu.
Ein Bediensteter bat sie in einem Empfangsraum Platz zu nehmen und versprach ihre Bitte den Schlossherren vorzutragen. Als die fünf Schwestern schon fast die Hoffnung verloren hatten, kamen zwei Hexen die Treppe herunter geschritten. Eine kicherte ohne Unterlass in ihr Taschentuch, das was Elfriede.

Die andere Schwester , Wanda,

war dagegen recht hochmütig und wirkte nicht sehr freundlich. Doch trotz des ungebetenen Besuches und der späten Stunde, baten die Schwestern die fünf Suchenden zum Abendbrot zu bleiben und auch die Nacht im Schloss zu verbringen, was man allseits dankend an nahm.
Beim Frühstück am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass die zwei Neuen Schwestern netter waren als der erste Eindruck vermittelt hatte. Der große Gutshof und alles was damit zusammenhing, lastete schwer auf den Schultern von Wanda und Elfriede, denen beide bisher kein Mann beschieden war. Die wenigen Freier die sie in ihrer Jugend hatten, waren vor der Verantwortung und der Zauberkraft geflohen. Da sie ihr Gut noch nie verlassen hatten, konnten sie auch keine Zauberer kennen lernen. So versprachen sie bei ihrer Zauberkraft auf jeden Fall zum Familientreffen zu kommen. Sie konnten ja nicht mit den Schwestern weiter fliegen, weil sie ihren ihren Gutshof bestellen mussten. Zum Abschied übergab Wanda den Schwestern noch einen Brief, der einzige den der Vater ihrer Mutter geschickt hatte. Darin fand sich ein Hinweis auf eine kleine Insel in einem See, ganz am anderen Ende des Landes. Also flogen sie frohgemut weiter auf der Suche nach anderen Schwestern.
Nach einem Tag erreichten sie den gesuchten Ort, doch groß war ihr Schrecken. Es war ein Land mit sehr vielen Seen und vielen Inseln darin. Die Suche würde Tage oder sogar Wochen dauern. Also teilten sich die fünf Schwestern und jede von ihnen bekam einen Teil dieses Landes zugewiesen. Falls die neue Schwester gefunden wurde, war ein Zauberzeichen am Himmel ausgemacht. Es dauerte eine Woche bis vier der Schwestern dieses Zeichen entdecken konnten, Griselda war die glückliche Entdeckerin und die Überraschung war groß. Auf der Insel lebten nämlich zwei der Schwestern und die hatten sogar jede eine Familie.